Babys aktiv fördern
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Dein Baby verändert sich im ersten Lebensjahr schneller als in jeder anderen Phase. Aus einem Neugeborenen wird ein Kleinkind, das greift, brabbelt, sich dreht und vielleicht schon krabbelt. Hier erfährst Du, welche Entwicklungsschritte typisch sind, wie Du Bewegung, Sprache und Spiel im Alltag anregst und welche Hilfsmittel Du besser meidest.
Inhalte im Überblick
Was passiert im ersten Lebensjahr?
Im ersten Lebensjahr entwickeln sich Bewegung, Sprache, Wahrnehmung und Kontakt zu anderen Menschen in raschem Tempo. Die Angaben folgender Tabelle sind Richtwerte. Kinder erreichen Meilensteine in unterschiedlicher Reihenfolge und in eigenem Tempo. Entscheidend ist das Gesamtbild über mehrere Wochen.
Alter | Motorik | Sprache und Laute | Sozialverhalten | Wahrnehmungen |
|---|---|---|---|---|
0 - 3 Monate | Strampelt und rudert mit den Armen. Ab etwa drei Monaten kann es den Kopf im Sitzen und in Bauchlage halten und sich auf den Unterarmen abstützen. | Schreit, um sich mitzuteilen. Mit etwa zwei Monaten kommen einzelne Laute dazu. | Schaut Gesichter an, lächelt und sucht Blickkontakt. | Erkennt Mama am Geruch und verfolgt bewegende Gegenstände oder Personen mit seinem Blick. |
3 - 6 Monate | Bewegt Arme, Hände und Finger gezielter. Dreht sich selbständig und greift aktiv nach Gegenständen. | Kann verschieden Laute und Silben und übt unterschiedliche Tonlagen. | Nimmt von sich aus Kontakt über Blicke, Laute und Berührungen auf. | Unterscheidet freundliche und ärgerliche Stimmen und erkundet die Welt mit seinem Mund. |
6 - 9 Monate | Kann selbständig sitzen und seinen Kopf dabei halten. Es kommt zu Fortbewegungsversuchen. | Verbindet Silben zu Ketten und wiederholt Laute aus seiner Umgebung. | Kann bekannte und fremde Personen unterscheiden, kann nun mit dem Fremdeln beginnen. | Untersucht Gegenstände mit Händen, Augen und Mund. |
9 - 12 Monate | Zieht sich an Möbeln hoch, versucht erste Schritte und kann mit dem Pinzettengriff (Zeigefinger und Daumen) greifen. | Versteht wahrscheinlich zwischen 50 und 100 Wörtern und beginnt erste Wörter zu artikulieren. | Reagiert auf einfache Aufforderungen. | Findet verstecktes Spielzeug wieder. |
Warum Bindung die Grundlage der Förderung ist
Bindung ist die Basis, von der aus Dein Baby die Welt erkundet. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) beschreibt, dass ein Baby vom Tag der Geburt an eine gefühlsmäßige Bindung zu seinen Bezugspersonen aufbaut. Reagiere auf das Weinen Deines Babys und tröste es geduldig, denn so lernt es, dass es sich auf Dich verlassen kann. Nimm Dir bei Pflege, Stillen und Füttern Zeit und erzähle dabei, was Du gerade tust, damit Dein Kind Deine Stimme und Deine Nähe als vertraut erlebt. Achte auf sein Kontaktbedürfnis, nimm es auf den Arm, wenn es das möchte, und setze es wieder ab, wenn es genug hat. Zeige außerdem Freude, wenn sich Dein Kind für Dich oder seine Umgebung interessiert, und unterstütze seine Neugier, denn so wächst die Bindung im Alltag ganz von selbst.
Wichtig
Wenn Du Dich über längere Zeit niedergedrückt, sehr unsicher oder überfordert fühlst oder Dir die Nähe zu Deinem Kind schwerfällt, kann eine postpartale Depression dahinterstecken. Sie ist gut behandelbar. Sprich dann zeitnah mit Deiner Hebamme oder Deinem Kinderarzt.
Babys aktiv fördern
Babys aktiv fördern heißt nicht, Dein Kind mit möglichst viel Programm zu bespaßen, ganz im Gegenteil, das kann Dein Kind sogar überfordern. Es bedeutet, eine verlässliche Bindung aufzubauen, Dein Baby in Bewegung, Sprache und Spiel zu begleiten und ihm Zeit zum Erkunden zu geben. In den folgenden Abschnitten erfährst Du, warum Bindung die Grundlage ist, wie Du Motorik, Sprache, Sinne und Spiel im Alltag anregst. Am Ende findest Du die häufigsten Fragen rund um das erste Lebensjahr.
Wie fördere ich die Motorik?
Lass Dein Baby beim Wickeln ohne störende Kleidung strampeln. Ab etwa drei Monaten kann es auf einer Krabbeldecke am Boden liegen und sich bewegen. Achte darauf, dass Dein Kind nie unbeaufsichtigt auf erhöhten Flächen wie dem Wickeltisch liegt. Babys drehen sich oft unerwartet. Ab etwa drei Monaten bewegt ein Baby Arme, Hände und Finger zunehmend gezielt. Greiflinge und Rasseln regen das Zugreifen an. Viele Babys haben außerdem Freude daran, Gegenstände absichtlich fallen zu lassen und zu beobachten, wo sie landen. Sie machen das nicht, um Dich zu ärgern. Für Babys ist es ein Lerneffekt die Höhen und Materialen zu testen.
Die beste Unterstützung für die Bewegungsentwicklung ist Raum zum Ausprobieren. Babys lernen Bewegungen vor allem durch eigenes Tun, und die Wege dorthin sind sehr unterschiedlich. Manche robben, andere rollen oder rutschen, bevor sie krabbeln oder laufen. Die meisten Babys beginnen um den zehnten Monat zu krabbeln. Weiche Bälle, Stoffwürfel oder eine Krabbelrolle laden zum Hinterherkrabbeln ein. Kleine Hindernisse wie ein weiches Kissen fordern das Gleichgewicht heraus. Setze sie dosiert ein, damit Dein Baby nicht überfordert wird. Sobald sich Dein Kind an Möbeln hochzieht, lohnt es sich, die Wohnung kindersicher zu machen. Mobile Kinder erkunden alles, was sie erreichen. Lauflernwagen zum Schieben, an denen sich das Kind festhält, sind eine Unterstützung um sichere Vorwärtsbewegungen zu erlernen. Die meiste Förderung entsteht jedoch durch freie Bewegung auf dem Boden, durch Krabbeln und durch Hochziehen an stabilen Möbeln unter Aufsicht.
Wie fördere ich die Sprachentwicklung?
Babys lernen Sprache durch Zuhören und Antworten. Viel sprechen, Dinge benennen, Lieder singen und Bücher anschauen reicht dafür völlig aus, es braucht keine besonderen Lernmaterialien. Das BIÖG weist darauf hin, dass es am Anfang weniger darauf ankommt, was Du sagst, sondern wie Du es sagst. Dein Baby reagiert auf Melodie, Rhythmus und Zuwendung. Begleite Deine Handlungen mit einfachen Sätzen, zum Beispiel beim Wickeln, Baden oder Anziehen, und benenne Gegenstände direkt, wenn Dein Kind sie anschaut oder anfasst. Ahme die Laute Deines Babys nach, denn so entsteht ein Hin und Her, das das Sprechen antreibt. Singe Lieder, sprich Reime und spiele Fingerspiele. Schau Bücher gemeinsam an, am besten mit großen, farbigen Bildern oder Fühl- und Tastbüchern.
Warnsignal
Sprich mit Deiner Kinderärztin oder Deinem Kinderarzt, wenn Du den Eindruck hast, dass Dein Kind nicht gut hört oder wenn es nach dem ersten Halbjahr für sein Alter auffällig wenig plappert.
Wie fördere ich Sinne und Wahrnehmung?
Dein Baby kommt mit funktionierenden Sinnen zur Welt. Im ersten Lebensjahr müssen Sehen, Hören und das Verarbeiten der Reize aber noch reifen, und Du kannst dabei mit Anregungen aus dem Alltag helfen. Das BIÖG nennt dafür vor allem Erfahrungen wie Berührung durch sanftes Streicheln, enger Körperkontakt und Getragen werden, denn gerade in den ersten Lebensmonaten vermittelt das Sicherheit. Auch Geruch spielt eine Rolle, denn schon nach wenigen Tagen erkennen Babys Ihre Mama am Geruch. Hören und Sehen werden durch Stimmen, Musik, Gesichter und bewegte Gegenstände gefördert, die Dein Baby mit den Augen verfolgen kann. Eine allgemeine Vielfalt bereichert die Entwicklung. Dazu gehören Farben, Formen, unterschiedliche Materialien und Geräusche im Alltag.
Denke allerdings immer daran, dass Dein Baby mit all den Wahrnehmungen und Reizen auch schnell überfordert sein kann. Mögliche Zeichen sind, dass Dein Baby den Blick abwendet, gähnt, unruhig wird oder schreit. Dann helfen oft eine zärtliche Berührung, ruhige Worte oder das Aufnehmen und Herumtragen. Auch Langeweile kann Quengeln auslösen. Schon im Alter von etwa sechs Wochen können sich Babys langweilen. Wenn Dein Baby außerhalb der Mahlzeiten schreit, lohnt es sich, zuerst mit ihm zu spielen, bevor Du es stillst oder die Flasche gibst. Hunger, eine volle Windel oder Unwohlsein gehen allerdings immer vor.
Warum spielen die beste Förderung ist
Spielend lernt es sich am einfachsten, denn Spielen ist die wichtigste Form der Förderung im ersten Lebensjahr. Dein Baby erkundet seine Umgebung, übt dabei Bewegungen und Sprache und lernt, wie Dinge sich anfühlen, heißen und wozu sie dienen. Oft sucht es sich intuitiv genau die Anregungen, die es gerade braucht. Deine Aufgabe ist, einen sicheren und anregenden Rahmen zu schaffen, ohne Dein Kind zu überfordern. Wenn es müde wird oder sich abwendet, ist das ein Zeichen für eine Pause. Babykurse wie Babyschwimmen, Babyyoga oder Musikgarten können Freude machen und Kontakt zu anderen Familien bieten.
Unser Tipp
Die meisten Babys lieben es im Wasser zu planschen. Die Bewegungen in der Badewanne oder im Schwimmbecken fördern das Körperbewusstsein, die Haltung und den Gleichgewichtssinn. Such Dir doch einen passenden Babyschwimmkurs für Dich und Dein Kleines aus – so förderst Du das Baby spielerisch.
FAQs zu Babys aktiv fördern
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Quellen: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/bewegungsentwicklung/, https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/sprechen-verstehen/
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