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22. Schwangerschaftswoche (SSW)

baby-walz Redaktion | Durée de lecture : 7 minutes | 6 nov. 2026
22. Schwangerschaftswoche

In der 22. Schwangerschaftswoche sind alle Organe Deines Babys angelegt, aber noch nicht ausgereift. Dein Baby nimmt jetzt vor allem an Gewicht zu, und die Bewegungen werden deutlicher spürbar. Hier erfährst Du, was in dieser Woche typisch ist, welche Beschwerden häufig auftreten, was der Fundusstand bei der Vorsorge aussagt und bei welchen Warnsignalen Du sofort handeln solltest.

Inhalte im Überblick

Wie entwickelt sich Dein Baby in der 22. SSW?

In der 22. SSW sind alle Organe angelegt, ihre Reifung dauert aber noch einige Wochen. Das Baby wiegt in dieser Woche durchschnittlich 475 Gramm und misst etwa 28 Zentimeter. Die Gewichtszunahme steht nun im Vordergrund, das Längenwachstum verlangsamt sich. Denn unter der Haut fehlen noch die Fettpolster. Sie dienen nach der Geburt als Energiespeicher und helfen, die Körpertemperatur zu regulieren. Deshalb ist die Haut Deines Babys in dieser Phase noch faltig. Die Fettschicht bildet sich in den nächsten Wochen aus. Auch das Gehör Deines Babys entwickelt sich in dieser Zeit weiter. Es nimmt Deinen Herzschlag, Deine Stimme und gedämpfte Geräusche von außen wahr, und laute Geräusche können Bewegungen auslösen. Sprich, sing oder summe deshalb ruhig mit Deinem Baby. Viele Schwangere spüren in dieser Woche kräftigere Tritte und Stöße als zuvor. Manchmal erahnst Du sogar, welcher Körperteil sich gerade unter der Bauchdecke bewegt. Besonders in Ruhephasen fallen die Bewegungen auf.

Welche Beschwerden sind in der 22. SSW typisch?

Viele Schwangere haben jetzt mit Wadenkrämpfen, Sodbrennen oder Veränderungen an der Brust zu tun. Die Beschwerden gehören zur Schwangerschaft, sollten aber bei Bedarf ärztlich abgeklärt werden. Wadenkrämpfe treten häufig nachts auf und können den Schlaf stören. Häufig ist die Ursache ein Magnesium Mangel. Magnesium ist wichtig für Muskeln und Nerven und steckt vor allem in Fisch, Fleisch, grünem Gemüse und Vollkornprodukten. Bewährt haben sich im Alltag ausreichend Bewegung, sanftes Dehnen der Waden vor dem Schlafengehen und genug Trinken. Ob Du zusätzlich ein Magnesiumpräparat brauchst kann Deine Hebamme, Deine Ärztin oder Dein Arzt entscheiden. Ein Magnesiumpräparat verhindert zudem keine Frühgeburt und wird nicht zur Wehenhemmung empfohlen. Die wachsende Gebärmutter drückt zudem auf den Magen, deshalb kannst Du hin und wieder Sodbrennen bekommen. Ab der 22. SSW wird außerdem der Unterleib stärker durchblutet. Die Schleimhäute sind dadurch verstärkt durchblutet, sodass leichtes Nasen- oder Zahnfleischbluten vorkommen kann. Regelmäßiges anhaltendes Sodbrennen ist nicht normal und sollte ärztlich abgeklärt werden. Die Brust bereitet sich ebenfalls auf das Stillen vor. Auf dem Warzenhof bilden sich kleine Erhebungen, die Montgomery-Drüsen. Sie geben eine fettige Substanz ab, die die Brustwarzen geschmeidig hält. Auch Dein Bauch kann sich immer mehr verändern. Durch das stetige wachsen wird die Haut stark gedehnt und es können Dehnungsstreifen, auch so genannte Schwangerschaftsstreifen entstehen. Sie können bläulich, rötlich oder violett erscheinen, vor allem am Bauch, aber auch an der Brust, den Armen oder Oberschenkeln. Ob Pflegeöl oder Creme sie verhindern kann, ist nicht sicher belegt und immer wieder umstritten. Die Haut mit Öl oder Creme zu versorgen, kann sich aber trotzdem angenehm anfühlen.

Wichtig

Wenn nur eine Wade plötzlich geschwollen, warm, gerötet oder druckempfindlich ist, lass umgehend eine Thrombose ausschließen. Wadenkrämpfe können mit den Anzeichen einer Thrombose verwechselt werden.

Was sagt der Fundusstand aus?

Der Fundusstand zeigt, wie hoch der obere Rand Deiner Gebärmutter steht. Der Fundus ist der oberste Rand der Gebärmutter. Hebamme oder Ärzte tasten ihn bei der Vorsorge ab und messen den Abstand in Querfingern zu einem Orientierungspunkt. Daran lässt sich ablesen, wie groß die Gebärmutter ist und ob sich das Kind dem Alter entsprechend entwickelt. Im Mutterpass steht der Fundusstand als Kürzel. Die Buchstaben bezeichnen den Orientierungspunkt: S steht für Schambein, N für Nabel und Rb für Rippenbogen. Die Zahl gibt die Querfinger an. Wie der Eintrag genau zu lesen ist, können Dir Deine Hebamme oder Deine Ärzte erklären. Ein höherer Fundusstand bedeutet nicht automatisch Zwillinge. Mögliche Ursachen sind auch ein Rechenfehler, eine abweichende Berechnung der Schwangerschaftswoche oder eben Mehrlinge. Auffällige Werte klärt die Ärztin deshalb meist per Ultraschall ab. Auch die Menge des Fruchtwassers lässt sich bei Vorsorge und Ultraschall einschätzen.

Wann solltest Du ärztliche Hilfe holen?

Melde Dich sofort bei Deiner Frauenärztin, Deinem Frauenarzt, Deiner Hebamme oder in der Klinik, wenn Du Blutungen, Fruchtwasserabgang oder regelmäßige, schmerzhafte Wehen bemerkst. Bei akuten Notfällen wählst Du den Notruf.

Diese Anzeichen brauchen eine ärztliche Abklärung:

  • Blutungen aus der Scheide oder Fruchtwasserabgang

  • regelmäßige oder schmerzhafte Wehen oder ein anhaltendes Ziehen im Unterleib

  • eine einseitig geschwollene, warme, gerötete oder druckempfindliche Wade (Verdacht auf Thrombose)

  • plötzliche starke Schwellungen im Gesicht oder an den Händen, starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen

FAQs zur 22. SSW

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Quellen: https://www.hebammesiegen.de/wadenkraempfe/, https://flexikon.doccheck.com/de/Fundusstand, https://www.hirslanden.ch/de/corporate/fuer-alle-folgen-des-lebens/hirslandenbaby/schwangerschaft/schwangerschaftswochen/zweites-trimester/schwangerschaftswoche-22.html

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